Warm. Ruhig. Schützend.
Drinnen liegt ein kleines Leben. Geborgen. Versorgt. Umhüllt von Dunkelheit und gleichmäßigem Herzschlag.
Für den Embryo ist das alles. Mehr kennt er nicht. Mehr kann er sich kaum vorstellen.
Die Hand streicht sanft über den Bauch.
„Kleiner“, sagt der Vater leise, „deine Zeit hier ist nicht alles. Sie ist nur der Anfang.“
Wenn der Embryo antworten könnte, würde er vielleicht sagen:
„Wie soll es mehr geben? Hier bekomme ich alles. Hier bin ich sicher. Das hier ist doch das wirkliche Leben.“
Der Vater lächelt.
„Du hast Arme. Noch kannst du sie kaum ausstrecken. Aber sie sind nicht umsonst da. Du wirst sie brauchen, um zu greifen, um zu umarmen, um die Welt zu entdecken.
Du hast Beine. Jetzt sind sie angewinkelt und eingezogen. Doch eines Tages wirst du mit ihnen stehen, laufen, springen.
Du hast Augen. Hier ist es dunkel. Du brauchst sie noch nicht. Aber draußen wartet Licht. Farben. Gesichter. Himmel.“
Der Embryo könnte zweifeln. Er kennt nur Enge und Wärme. Alles andere klingt unvorstellbar. Fast wie eine Zumutung.
Und doch trägt sein Körper selbst den Hinweis in sich, dass mehr kommt.
Er ist gemacht für etwas, das er noch nicht erlebt hat.
Der Vater legt nun beide Hände auf den Bauch.
„Vertrau mir. Dein jetziges Leben ist nicht das Ziel. Es ist Vorbereitung. Übergang. Anfang.“
So ist es auch mit uns.
Wir leben hier. Arbeiten. Lernen. Lieben. Hoffen. Leiden. Sammeln Erfahrungen. Für viele scheint das alles zu sein. Geburt, Jahre, Tod – Ende.
Aber in uns ist etwas, das nicht zufrieden ist mit dem Gedanken, dass alles einfach aufhört. Eine leise Ahnung. Eine Sehnsucht nach Dauer. Nach Sinn. Nach Gott.
Diese Sehnsucht kommt nicht aus dem Nichts.
Sie ist hineingelegt.
Prediger 3:11
Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit; auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, ohne dass der Mensch das Werk, das Gott gewirkt hat, von Anfang bis Ende zu erfassen vermag.
Wie der Embryo für eine Welt geschaffen ist, die er noch nicht sieht, so ist der Mensch für eine Wirklichkeit geschaffen, die über dieses Leben hinausgeht.
Und Gott lässt uns nicht im Unklaren darüber, wohin das führt.
Er verspricht ewiges Leben – nicht als vage Hoffnung, sondern konkret – denen, die seinem Sohn Jesus Christus vertrauen.
Für den Embryo ist die Geburt kein Ende.
Sie ist der eigentliche Anfang.
Und für den Menschen, der an Jesus Christus glaubt, ist der Tod nicht das Aus.
Er ist der Übergang in das Leben, für das wir von Anfang an bestimmt waren.