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Eines Tages stieß er auf eine Aktie, die sofort seine Aufmerksamkeit fesselte. Ein Technologieunternehmen, das sich intensiv mit künstlicher Intelligenz beschäftigte. In den Nachrichten wurde viel über diese Branche gesprochen. Man versprach sich enorme Fortschritte, neue Möglichkeiten und eine Zukunft, in der künstliche Intelligenz viele Bereiche des Lebens verändern würde. Der Kurs der Aktie war interessant, und Jonas spürte sofort dieses bekannte Gefühl von Hoffnung und Erwartung.
Er entschied sich, eine große Anzahl an Anteilen zu kaufen. In seinem Kopf begann er zu rechnen. Wenn sich das Unternehmen so entwickeln würde, wie viele Experten glaubten, dann könnte der Kurs stark steigen. Für Jonas war das der Moment, auf den viele Anleger warten – der Beginn eines möglichen Bullenmarktes.
Der Bulle steht an der Börse für steigende Kurse, Optimismus und wirtschaftlichen Aufschwung. Sein Bild stammt von der Angriffsweise des Tieres. Ein Bulle stößt seine Hörner von unten nach oben. Genau so steigen auch die Kurse in einem Bullenmarkt.
Jonas war voller Zuversicht.
Doch nur wenige Wochen später änderte sich die Situation. Der Kurs begann zu fallen. Zuerst nur leicht. Jonas nahm es gelassen, denn Schwankungen gehörten zur Börse dazu. Doch der Kurs fiel weiter. Und weiter. Bald konnte er sich nicht mehr erklären, warum der Markt so reagierte.
Nun war der Bär am Werk.
Der Bär steht für fallende Kurse und eine pessimistische Börsenphase. Anders als der Bulle schlägt der Bär mit seiner Tatze von oben nach unten. Auch die Kurse bewegen sich in solchen Zeiten genau in diese Richtung.
Jonas begann unruhig zu werden. Nächtelang verfolgte er die Push-Benachrichtigungen seiner Börsen-App. Immer wieder leuchtete das Display seines Handys auf. Prozentzahlen erschienen auf dem Bildschirm, und oft waren sie rot.
Manchmal stieg der Kurs ein wenig. Dann schöpfte er neue Hoffnung. Vielleicht würde sich alles wieder drehen. Vielleicht würde der Markt das Potenzial des Unternehmens erkennen.
Doch kaum hatte er Vertrauen gefasst, fiel der Kurs wieder.
Trotzdem verkaufte Jonas nicht. Im Gegenteil. Er investierte weiter. Sein Gedanke war einfach: Wenn der Kurs wieder steigen würde, könnte er seine Verluste ausgleichen. Vielleicht würde er am Ende sogar noch mehr Gewinn machen.
Es war wie eine Wette mit der Zeit. Der Bulle kämpfte gegen den Bären.
Doch Jonas lernte auch dazu. Er beschloss, sein Risiko zu streuen. Nicht mehr alles auf eine Karte setzen. Er investierte in verschiedene Unternehmen und verschiedene Branchen. Bildlich gesprochen bekamen der Bulle und der Bär nun mehr Auslauf.
Mit der Zeit erzielte er tatsächlich kleinere Gewinne. Nicht riesig, aber genug, um seine Freude an der Börse zu behalten. Für Jonas war das Ganze inzwischen zu einem Hobby geworden. Er liebte die Spannung, das Beobachten der Märkte und das Hoffen auf den richtigen Moment.
Viele seiner Freunde schüttelten den Kopf über ihn. Sie verstanden nicht, warum er so viel Zeit und Geld in etwas steckte, das so unsicher war.
Doch Jonas glaubte weiterhin an die Börse. An das Geld. An die Möglichkeit, eines Tages den großen Gewinn zu erzielen und sagen zu können, dass er es geschafft hatte.
Während Jonas also sein Vertrauen auf die Märkte setzte, lebte in einer anderen Stadt ein junger Mann namens Daniel, der einen ganz anderen Weg eingeschlagen hatte.
Daniel hatte lange ohne Gott gelebt. Viele Entscheidungen in seinem Leben waren falsch gewesen. Er hatte Schulden gemacht und auf falsche Freunde gesetzt. Beziehungen und Freundschaften waren zerbrochen. Am Ende stand er innerlich leer da und erkannte, dass sich sein Leben in eine völlig falsche Richtung entwickelt hatte.
In dieser Zeit begann er über Gott nachzudenken. Besonders der Gedanke an Jesus Christus ließ ihn nicht mehr los. Jesus hatte sein Leben gegeben – sogar für Menschen, die ihn noch nicht kannten. Auch für ihn.
Dieser Gedanke traf sein Herz.
Eines Abends kniete Daniel nieder und betete. Es war kein besonderes oder schönes Gebet. Es waren einfache, ehrliche Worte. Doch an diesem Abend traf er eine Entscheidung: Er wollte sein Leben Gott anvertrauen und auf Jesus Christus vertrauen.
Kurz darauf zog Daniel in eine neue Stadt. Eine neue Wohnung, ein neuer Job und ein neuer Anfang lagen vor ihm. Doch dieser Anfang war schwerer, als er erwartet hatte. Die Miete war hoch, sein Einkommen gering, und oft wusste er nicht, wie er alle Rechnungen bezahlen sollte.
Als wäre das nicht genug, trennte sich seine Freundin kurz nach seiner Bekehrung von ihm. Sie konnte mit seinem neuen Glauben nichts anfangen.
Auch auf der Arbeit lief es nicht gut. Ein Kollege begann ihn täglich zu mobben. Spöttische Bemerkungen, kleine Gemeinheiten und ständige Kritik machten den Alltag schwer.
Manche Abende kam Daniel erschöpft nach Hause und setzte sich schweigend auf sein Bett. Doch eines tat er jeden Abend. Er ging auf die Knie und betete.
Gott war für ihn zu seinem wichtigsten Investment geworden. Nicht Geld, nicht Erfolg und nicht Anerkennung.
Gott war sein Fundament. Seine Burg. Sein Halt.
Daniel hatte sich entschieden, nicht auf die Wellen im Sturm zu schauen, sondern auf Jesus Christus zu vertrauen.
Mit der Zeit begann sich etwas zu verändern. Nicht plötzlich und nicht spektakulär, aber Schritt für Schritt. Daniel lernte neue Freunde kennen, Menschen aus der Gemeinde, die ihm Mut machten und ihn unterstützten. Alte Verletzungen in seinem Herzen begannen langsam zu heilen.
Doch auch Rückschläge blieben nicht aus. Eines Tages verlor er sogar seine Arbeit. Die Kündigung kam hart und unerwartet. Für einen Moment schien alles wieder zusammenzubrechen.
Doch wenige Wochen später bekam er eine neue Arbeitsstelle. Eine bessere. Mit freundlicheren Kollegen und einer ruhigeren Atmosphäre.
Und tief in seinem Herzen wuchs etwas, das er lange nicht gespürt hatte: Frieden.
Eines Nachmittags saß Daniel in der Straßenbahn und schaute aus dem Fenster. Die Häuser der Stadt zogen langsam vorbei. In seinem Herzen war Dankbarkeit.
Leise sagte er: „Danke, Vater, dass du mich gerettet hast.“
Es war nicht einfach gewesen bis hierher. Aber Gott hatte ihn nicht vergessen.
In diesem Moment stieg ein Mann in die Straßenbahn ein und setzte sich neben ihn. Es war Jonas, der Börsianer. In seiner Hand hielt er sein Handy. Eine neue Push-Benachrichtigung war gerade erschienen. Der Kurs einer Aktie war wieder gefallen.
Jonas seufzte und schaute kurz zu Daniel. „Entschuldigung“, sagte er freundlich, „darf ich mich hier setzen?“
Daniel nickte und lächelte.
Nach einigen Minuten begann Jonas zu erzählen. Von der Börse, von seinen Investitionen und von den ständigen Kämpfen zwischen Bullen- und Bärenmarkt. Daniel hörte aufmerksam zu.
Dann fragte Jonas schließlich: „Und du? Woran glaubst du?“
Daniel antwortete ruhig: „Ich habe auch investiert.“
Jonas lächelte neugierig. „In was?“
Daniel sagte: „In Gott.“
Und dann erzählte er seine Geschichte. Von seinem alten Leben, von seiner Bekehrung, von den schweren Zeiten danach und von dem Frieden, den er jetzt in seinem Herzen trug.
Jonas hörte lange schweigend zu. Schließlich sagte er nachdenklich: „An der Börse gibt es immer Auf und Ab.“
Daniel nickte. „Im Leben auch.“
Jonas schaute noch einmal auf sein Handy und fragte schließlich: „Und dein Investment… lohnt sich das?“
Daniel lächelte ruhig und sagte: „Ja. Denn Gott geht niemals bankrott.“
Die Straßenbahn hielt an der nächsten Station. Jonas stand auf, doch bevor er ausstieg, drehte er sich noch einmal um und fragte: „Darf ich dich wieder treffen?“
Daniel nickte.
„Sehr gern.“
Denn an diesem Tag hatten zwei Menschen erkannt, dass es im Leben viele Dinge gibt, in die man investieren kann. Geld, Erfolg und Karriere mögen wachsen oder fallen wie die Kurse an der Börse.
Doch wer auf Gott vertraut, investiert in etwas, das keinen Bärenmarkt kennt und niemals seinen Wert verliert.
Der Jogger blieb dort nie stehen. Er verlangsamte nicht einmal.
Beim Vorbeilaufen legte er 0,50 € auf die Theke und lief weiter. Wortlos.
Ohne eine Fleischtasche mitzunehmen.
So ging es Tag für Tag. Wochen vergingen. Monate. Regen, Sonne, Hitze, Kälte. Der Jogger kam zuverlässig. Die Geste auch. Irgendwann änderte sich das Schild am Stand. Der Preis stieg.
Der Jogger änderte nichts. Er legte weiter dieselbe Münze hin. Er nahm weiter nichts mit.
Es war längst Routine geworden. Für beide.
Eines Morgens wiederholte sich das bekannte Bild. Die Münze lag auf dem Tresen. Der Jogger setzte zum Weiterlaufen an.
Plötzlich sprang der Verkäufer auf. Er rannte ihm hinterher.
Der Jogger blieb stehen, drehte sich um, überrascht, freundlich lächelnd.
Ein kurzer Moment der Stille.
Dann sagte der Verkäufer:
„Guter Mann, meine Teig- und Fleischtaschen kosten jetzt einen Euro.
Das hier reicht nicht mehr.“
Der Jogger sagte nichts. Er verstand.
Zu keiner Zeit hatte er Ware mitgenommen.
Er hatte nie etwas eingefordert. Er hatte lediglich gegeben – freiwillig, regelmäßig, aus Wertschätzung.
Erklärung:
Die Geschichte zeigt, wie schnell aus einer stillen Unterstützung eine Selbstverständlichkeit wird. Wie leicht Dankbarkeit verloren geht, wenn etwas immer da ist.
Sie erinnert daran, dass vieles in unserem Alltag genauso geschieht. Unterstützung, Geduld, Zuwendung. Dinge, die wir empfangen, ohne sie bestellt zu haben.
Dankbar zu sein, heißt, das wahrzunehmen. Nicht erst, wenn es fehlt. Sondern solange es da ist.
1. Berufung Abrahams – Gott beginnt außerhalb religiöser Strukturen
Abraham lebt in Ur und Haran, also außerhalb des späteren „heiligen Landes“.
Gott ruft ihn dort heraus, ohne Tempel, ohne Gesetz, ohne Opferkult.
Der Anfang der Heilsgeschichte geschieht außerhalb jeder religiösen Institution.
2. Verheißung ohne Besitz – Leben im Vertrauen
Apostelgeschichte 7:5–8 / 1. Mose 15:13–16; 1. Mose 17:9–14
Abraham erhält die Zusage des Landes, besitzt aber zu Lebzeiten keinen Quadratmeter davon.
Gott schließt dennoch einen Bund mit ihm.
Der Glaube steht vor Besitz, Gesetz und sichtbarer Erfüllung.
3. Josef – von Brüdern verworfen, von Gott gebraucht
Apostelgeschichte 7:9–16 / 1. Mose 37; 39–50
Josef wird aus Neid von seinen Brüdern verkauft.
In Ägypten wirkt Gott trotz Unrecht, Gefangenschaft und Fremdherrschaft.
Am Ende rettet Josef genau die Familie, die ihn verworfen hat.
4. Mose – Bewahrung und Vorbereitung
Apostelgeschichte 7:17–22 / 2. Mose 1–2
Israel wächst in Ägypten, wird unterdrückt.
Mose wird trotz Kindermord gerettet und wächst am Hof des Pharaos auf.
Gott bereitet den Befreier im Feindesland vor.
5. Mose – erster Befreiungsversuch scheitert
Apostelgeschichte 7:23–29 / 2. Mose 2:11–15
Mose versucht aus eigener Kraft einzugreifen.
Sein eigenes Volk weist ihn zurück: „Wer hat dich zum Richter gemacht?“
Mose flieht. Der von Gott bestimmte Retter wird zuerst abgelehnt.
6. Berufung am brennenden Dornbusch
Apostelgeschichte 7:30–34 / 2. Mose 3:1–10
Nach vierzig Jahren in der Wüste begegnet Gott Mose.
Nicht im Palast, nicht im Tempel, sondern in der Einsamkeit.
Gott offenbart sich und sendet Mose nun mit göttlicher Autorität.
7. Mose als Erlöser Israels
Apostelgeschichte 7:35–36 / 2. Mose 3; 7–14
Der zuvor abgelehnte Mose wird von Gott bestätigt.
Durch Zeichen, Plagen und den Durchzug durch das Meer befreit Gott sein Volk.
Rettung geschieht durch Gottes Eingreifen, nicht durch menschliche Anerkennung.
8. Mose kündigt einen weiteren Propheten an
Apostelgeschichte 7:37 / 5. Mose 18:15
Mose selbst weist über sich hinaus.
Er kündigt einen Propheten an, dem das Volk künftig gehorchen soll.
Damit wird klar: Mose ist nicht das letzte Wort.
9. Das Volk wendet sich ab
Apostelgeschichte 7:39–41 / 2. Mose 32:1–6
Während Mose auf dem Berg ist, macht sich das Volk ein goldenes Kalb.
Sie wollen einen sichtbaren Gott und kehren innerlich nach Ägypten zurück.
Gottes Retter wird verworfen, Götzendienst tritt an seine Stelle.
10. Gericht über anhaltenden Ungehorsam
Apostelgeschichte 7:42–43 / Amos 5:25–27
Gott lässt Israel zeitweise seinen eigenen Wegen folgen.
Der Götzendienst führt langfristig ins Gericht und ins Exil.
Religiöse Rituale ersetzen keinen Gehorsam.
11. Die Stiftshütte – Gott geht mit
Apostelgeschichte 7:44–45 / 2. Mose 25; 40
Die Stiftshütte ist beweglich.
Gott begleitet sein Volk durch die Wüste und ins Land.
Seine Gegenwart ist nicht an einen festen Ort gebunden.
12. Der Tempel Salomos
Apostelgeschichte 7:46–47 / 2. Samuel 7; 1. Könige 6
David plant den Tempel, Salomo baut ihn.
Der Tempel ist erlaubt, aber nie als Begrenzung Gottes gedacht.
Er ist Ausdruck der Verehrung, nicht Gottes Wohnadresse.
13. Gott wohnt nicht in Gebäuden
Apostelgeschichte 7:48–50 / Jesaja 66:1–2
Gott selbst erklärt: Himmel und Erde sind sein Werk.
Kein Bauwerk kann ihn fassen.
Der Mensch wird zum entscheidenden Ort der Begegnung.
14. Direkte Anklage des Hohen Rates
Apostelgeschichte 7:51–53 / 2. Chronik 36:15–16
Stephanus zieht die Linie bis in die Gegenwart.
Der Hohe Rat steht in der Tradition derer, die Gottes Boten ablehnen.
Gesetz und Propheten werden geehrt, aber nicht befolgt.
Gesamtaussage von Stephanus
Stephanus hält keine Verteidigungsrede, sondern legt die Geschichte Israels offen, um den Kern des Problems sichtbar zu machen. Gott hat von Anfang an frei gehandelt, unabhängig von Orten, Gebäuden oder religiösen Systemen. Er hat Abraham berufen, bevor es Gesetz, Tempel oder Opferdienst gab. Glaube bedeutete von Beginn an Vertrauen in Gottes Zusagen, nicht Absicherung durch äußere Strukturen.
An Josef und Mose zeigt Stephanus ein wiederkehrendes Muster: Die von Gott gesandten Retter werden zunächst abgelehnt, später aber von Gott bestätigt und gebraucht. Josef wird von seinen Brüdern verworfen und wird dennoch zu ihrem Retter. Mose wird vom Volk zurückgewiesen, obwohl er von Gott berufen ist. Dieses Verhalten ist kein Zufall, sondern zieht sich durch die ganze Geschichte Israels.
Das Volk reagiert immer wieder mit Widerstand auf Gottes Reden. Statt Vertrauen wählt es sichtbare Sicherheiten, etwa im Götzendienst. Selbst während Gott durch Mose handelt, wendet sich Israel innerlich ab. Stephanus macht deutlich: Das eigentliche Problem ist nicht Unwissen, sondern Herzensverhärtung.
Auch der Tempel wird richtig eingeordnet. Stephanus greift ihn nicht an, aber er entzieht ihm seine Absolutheit. Gott ist nicht an Gebäude gebunden. Schon die Propheten bezeugen, dass Himmel und Erde sein Werk sind. Wer meint, Gott durch religiöse Formen festzuhalten, verkennt sein Wesen.
Am Ende richtet sich die Rede direkt an den Hohen Rat. Stephanus zeigt, dass sie in der Linie derer stehen, die Gottes Boten abgelehnt haben. Die Ablehnung Jesu ist keine Ausnahme, sondern die Fortsetzung eines bekannten Musters. Gesetz und Tradition werden geehrt, aber Gottes Wirken wird zurückgewiesen.
Die Gesamtaussage ist klar: Gott ist souverän und frei. Er handelt jenseits menschlicher Kontrolle. Entscheidend ist nicht religiöse Zugehörigkeit, sondern Gehorsam gegenüber dem, was Gott tut. Wer sich diesem Handeln verschließt, stellt sich gegen Gott selbst.
In dem Traum, den ich eben hatte, begegnete ich einem Mädchen, mit dem ich ins Gespräch kam. Ich fragte sie, ob sie bald heiraten möchte. Sie schaute mich verdutzt an und sagte: Nein, aktuell nicht. Ich wohne noch bei meinen Eltern, und wir sind zufrieden so.
Daraufhin fragte ich sie: Aber du hast doch in all den Jahren in deinem Job so viel Geld verdient. Du könntest dir doch sicher ein schönes Haus kaufen, mit einem Mann eine Familie gründen und glücklich sein.
In meinem Traum konnte ich nicht verstehen, dass sie diesen Schritt nicht gewagt hatte, zumal sie ein sehr hübsches Mädchen aus meiner Jugendzeit gewesen ist.
Als ich aufwachte, dachte ich noch einen Moment über sie nach. Dann fiel mir auf, dass sie genau das getan hatte. Im realen Leben ist sie heute verheiratet, trägt einen anderen Namen, hat einen lieben Mann und zwei Kinder. Verrückt.
Es soll nicht so klingen, als sei dieser Weg der einzig wahre. Der Traum hat mich einfach nachdenklich gestimmt, weil auch ich viele dieser Lebensstationen bereits durchlaufen habe.
Es mag komisch klingen, doch tief in meinem Herzen bin ich jung geblieben. Nennen wir es ruhig die ewige Jugend.
Heute bin ich Familienvater. Ich habe bereits Silberhochzeit gefeiert, und die Kinder sind groß und ausgezogen. Manchmal kommen sie noch vorbei, und das ist sehr schön. Die eine mit der Bahn, der andere mit dem Auto und seiner Freundin.
Ich musste auch sehr schmunzeln, als ich neulich einen Freund von früher besuchte. Früher trafen wir uns oft. Dieses Mal war es im Grunde nicht viel anders. Wir bestellten wieder Pizza, spielten etwas, saßen gemeinsam auf dem Sofa und erzählten. Mit dem feinen Unterschied, dass über dreißig Jahre vergangen sind.
Ich bin sehr dankbar dafür. Viele Lebensstationen waren nicht einfach. Gemeinsam mit meiner Frau konnte ich diese Hürden meistern. Heute gehe ich oft mit meiner Frau tanzen. Ich blicke ihr dann in die Augen und sehe, wie glücklich sie an meiner Seite ist.
Hier und da entdecken wir graue Haare an uns. Damals war alles am Anfang. Diese Zeit ist vorbei. Es stimmt mich etwas traurig, dass meine Jugendzeit vergangen ist. Gerne würde ich mit den Wegbegleitern von damals noch einmal sprechen. Hören und sehen, wie es ihnen ergangen ist. Ob sie auch glücklich sind.
Zu einigen habe ich heute noch Kontakt. Es ist einfacher geworden, einfach mal zu schreiben. Ein kurzes Hallo. Gemeinsam lachen. Denn wir haben heute alle unsere Familien – und unsere grauen Haare davongetragen.
Manche Wegbegleiter sind auch schon heimgegangen. Ich bin sehr dankbar, dass wir alle von der rettenden Botschaft gehört haben und uns eines Tages wieder in die Arme laufen werden, als Freunde und als Geschwister.
Dort wird es nicht mehr von Bedeutung sein, ob man verheiratet war oder wessen Mann oder Frau man gewesen ist. Entscheidend wird sein, dass man beim Vater angekommen ist.
Wir Kinder, vier Geschwister, waren bestürzt und voller Sorge. Zwar hatten wir durch die Briefe von Schwester Elisabeth bereits gewusst, dass es unserer Mutter nicht gut ging. Doch auf diese zusammengekrümmte Gestalt im Bett waren wir nicht gefasst.
Dennoch versuchten wir, uns zusammenzunehmen und einander nichts anmerken zu lassen. Wir packten mit Fröhlichkeit unsere Geschenke aus. Jeder legte sein Geschenk vor die Mutter auf das Bett. Ihre Hände glitten darüber hinweg wie die einer Blinden. Es war ihr völlig gleichgültig, was dort lag. Die kostbaren Mappen, der seidene Morgenmantel, das feine Wolltuch, der schöne Stoff für ein Kleid und die Bilder, die die Enkelkinder für ihre Großmutter gemalt hatten – sie schaute gleichgültig auf alles. Ihr Blick glitt in die Ferne, zu der wir keinen Zutritt hatten. Sie antwortete auch gar nicht auf unsere Fragen.
Wir sammelten die Geschenke wieder ein und legten sie unter den kleinen Weihnachtsbaum, der auf ihrer Kommode stand. Doch es war keine Weihnachtsfreude in diesem Raum.
Wir versuchten, mit Schwester Elisabeth zu sprechen. Sie war für uns die Vertraute unserer Mutter, doch sie war für zwei Stunden verhindert. Auch der Arzt war nicht zu sprechen. So mussten wir warten. Kaum einer sagte dem anderen etwas. Was kann man erwarten von alten Menschen in 80 Jahren? Das war unser Trost.
Dann fand einer von uns ein kleines Büchlein, in das unsere Mutter geschrieben hatte – ihr Leben im Altersheim. Wir lasen dieses Schreiben, während unsere Mutter lag und in die Ferne starrte.
Das Tagebuch unserer Mutter
Meine lieben Kinder,
ich weiß, ihr meint es nicht schlecht mit mir, als ihr mich hier ins Altersheim gebracht habt. Es ist ja auch ein schönes Heim. Die Schwestern sind alle gut und freundlich. Und ihr habt sicher eure Gründe gehabt, mich hierherzubringen.
Ich habe keinen Grund, mich zu beklagen. Ich weiß, ihr zahlt viel Geld für mich. Dafür muss ich dankbar sein. Aber ich kann es nicht verstehen, warum ihr mich nicht mehr braucht. Nach all dem, wie ihr früher ohne mich nicht fertig geworden wärt. Habe ich mir wohl so viel eingebildet?
Dabei habe ich doch immer noch helfen können. Kartoffeln schälen, noch viele kleine andere Dinge konnte ich tun. Die ich doch auch viel zu gern getan habe.
Warum wolltet ihr mich nicht mehr haben? Ich brauchte nur ein kleines Zimmer und konnte es noch selbst in Ordnung halten. Ich wollte doch gar nichts weiter, als an eurem und dem Leben eurer Enkelkinder teilzunehmen.
Jetzt aber muss ich abseits stehen, ja ganz ausgeschlossen, wie ein altes, unkrautbares Nebenstück. O wie unaussprechlich schwer ist es, in diesem Hause zu leben. Wie auf einer Insel der Toten.
Wir sind hier alle zu nichts mehr nützlich. Wir wissen es ja. Wir sind hier nur, um auf den Tod zu warten. Wir benehmen uns wie andere alte Leute. Aber doch ist ein großer Unterschied zwischen uns und denen, die wohl noch in den Familien leben können und mit ihren Kindern ihren Tag verbringen.
Damit ihr begreift, was es heißt, ausgeschlossen zu sein, bitte verzeiht mir das harte Wort. Ihr habt es vielleicht nicht so gemeint. Aber viele von uns, die früher Familien hatten, fühlen sich hier verlassen und ausgestoßen.
Mein Tag fängt um acht Uhr morgens an, aber um sechs Uhr bin ich schon wach. Da gibt es viel Zeit nachzudenken. Aber aufzustehen ist sinnlos, denn es erwartet uns keine Aufgabe mehr.
Wir stehen auf, waschen uns, frühstücken. Und wenn es schönes Wetter ist, gehen wir hinaus auf den Steinplatz ums Haus herum. Wir begegnen uns miteinander, aber bleiben fremd innerlich. Wir leben ohne Interesse.
So ist der tägliche Ablauf dieser in sich begrenzten Welt. Ich sitze viel an den Fenstern und blicke hinaus. So geht es weiter von Tag zu Tag: essen und schlafen.
Das alles ist eine schwere Verbindung mit dem Leben. Ich weiß, ihr denkt es nicht so, aber es ist die Wahrheit, meine lieben Kinder. Ich sage es nicht aus Bitterkeit, nein, aus meiner tiefen Traurigkeit.
Es fing ja schon lange an, dass geplant wurde, mich ins Altersheim abzuliefern. Schon oft fühlte ich mich nicht mehr nützlich. Ich war im Wege, dort ging meine Arbeit zu langsam. Ich störte, wenn Gäste da waren. Die Wahrheit wurde mir selten gesagt.
Besonders Gesellschaft hat man mir sehr ungern geleistet. Ich war nicht mehr nötig, in eurer Mitte zu bleiben. Ich weiß, ihr kommt auch jetzt nicht aus Verlangen und Freude zu mir, sondern nur noch aus Pflicht.
Ihr kommt ja auch auf den Gedanken, dass ich bei jedem drei Monate sein sollte. So dass ich viermal im Jahr mein Zuhause wechseln sollte. Aber dennoch habe ich euch geliebt und liebe euch mehr und mehr.
Gerne gäbe ich alles daran, um euch zu schützen und euer Leben zu verschönern.
Ich sitze hier in der Einsamkeit und warte. Vielleicht werdet ihr noch einmal erkennen, was ihr mir angetan habt. Oft ist mir das Herz am Brechen. Schwester Elisabeth sagt, das sei Altersschwäche. Vielleicht hat sie recht. Aber doch kann ich nicht von diesen Gedanken loskommen.
Immer denke ich, dass ich hier ausgestoßen bin auf eine Toteninsel.
Natürlich habe ich ein schönes Zimmer. Ich muss noch dankbar sein, dass ihr mich so gut untergebracht habt. Aber ich bin dennoch schon tot.
Ich möchte nicht mehr aufstehen. Ich bin so müde, habe keine Kraft mehr. Schwester Elisabeth sagt, das sei Altersschwäche. Sie hat recht.
Ich bekomme Spritzen, aber es wird nicht besser, immer schlechter.
Meine lieben Kinder, ihr schreibt, dass ihr mich am ersten Weihnachtstag besuchen wollt. Aber ich bin so müde, dass ich nicht weiß, ob ich mich freuen kann. Ich bin so weit weg von euch.
Ihr kommt aus einer Welt zu mir her, zu der ich nicht mehr gehöre. Ohne Freude, ohne Hoffnung, mit viel Trauer – das ist meine Welt.
Doch bald werde ich auch diese Welt verlassen.
Ende des Tagebuchs
Wir glauben, dass niemand sagen kann, was wir Kinder fühlen, nachdem wir dieses Tagebuch gelesen haben.
Die Freiheit kam zu spät.
Etwas Furchtbares ist geschehen: Unsere Mutter ist gestorben.
Altersschwäche, sagte der Arzt.
Aber wir wissen besser, was es war.
Das tiefe Herzleid hat dazu beigetragen. Dass sie uns für immer verlassen hat und nach einem Heim gegangen ist, wo sie getröstet wird für alle Ewigkeit.
Amen. 🙏🏿
Ich bin jetzt dreiundfünfzig Jahre alt. Unsere Kinder stehen mitten in der Ausbildung und sind aus dem Haus. Im Alltag versuche ich viel Zeit mit meiner Frau zu verbringen. Wir tanzen mittlerweile viermal pro Woche in zwei Tanzschulen. Für mich ist es eigentlich zu viel, aber ich weiß, wie glücklich es sie macht. Also mache ich weiter – nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe.
Wenn ich zurückblicke, sehe ich eine Zeit, die noch gar nicht so lange her ist. Damals habe ich jeden besucht, der mir wichtig war. Ich wollte für möglichst viele Menschen da sein. Ich war bei Baueinsätzen der Gemeinde, half ehrenamtlich beim Palettenbau mit Straftätern und suchte ständig Wege, wie ich anderen etwas Gutes tun kann.
Ich sprach offen und fröhlich über meinen Glauben an Jesus Christus. Ich wollte Mut geben, Liebe weitergeben. Die Gemeinde war für mich ein Zuhause, ein Ort, an dem ich mich gerne engagierte. Es gab sogar Phasen, in denen ich Andachten oder Wortbetrachtungen gehalten habe. Nicht, weil ich mich für etwas Besseres hielt – ich war nie Prediger. Ich liebte einfach die Menschen. Das tue ich bis heute.
Auf der Arbeit wurde erwartet, dass ich als Küchenplaner Umsatz bringe und abliefere. Auch dort gab ich alles. Doch tief in mir brodelte seit jeher die alte Angst: zu versagen, Fehler zu machen, nicht genug zu sein. Ich redete mir ein: Weiter geht’s. Mutig voran. Aber die Angst blieb ein stiller Begleiter.
Wenn ein Kollege das Unternehmen verließ – egal ob freiwillig oder unfreiwillig – traf mich das jedes Mal. Diese Momente tragen bis heute eine Schwere in sich, die ich kaum ertragen kann.
Viele Jahre funktionierte das alles. Bis vor ein paar Wochen. Da überschlagen sich die Dinge auf der Arbeit. Plötzlich verkaufte ich so viel, dass ich kaum hinterherkam. Was sonst Stärke war, wurde auf einmal zu viel. Ich verlor die innere Ruhe. Es war, als würde mein System überhitzen.
Die Folgen kamen schleichend: Ich besuchte nicht mehr alle Freunde. Ich blieb häufiger zu Hause. In der Gemeinde ließ ich Bibelstunden aus und blieb einfach im Bett liegen. Nachts fand ich keinen Schlaf mehr. Die alte Angst, zu versagen, kroch wieder hoch – stärker als gedacht.
Trost finde ich heute vor allem in Gottes Wort.
Matthäus 6:34
Darum sorgt euch nicht um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Last hat.
1.Petrus 5:7
Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
In dieser Phase schlafe ich viel. Und ich halte mich an den Gedanken fest, dass Gott den Müden neue Kraft gibt. Er löscht den glimmenden Docht nicht aus. Er richtet auf, was zu Boden geht.
Ich beginne zu verstehen, dass solche Zeiten zum Leben gehören. Zeiten, in denen alles auf den Prüfstand kommt. Zeiten, in denen man loslässt, um irgendwann wieder neu greifen zu können.
Manchmal frage ich mich, ob der himmlische Vater mich überhaupt noch liebt, wenn ich müde und erschöpft bin. Wenn ich nicht mehr kann. Und genau dann spüre ich am deutlichsten: Er trägt mich gerade jetzt. Er lässt mich nicht fallen. Er schenkt Mut, auch wenn die eigenen Kräfte kaum noch reichen.
🙏🏿 Amen.
Hier ist Mr. T – bekannt aus „Rocky III“ und dem „A-Team“. Heute nicht als Kultfigur, sondern als klarer Zeuge seines Glaubens. In „Mr. T: Living a Life for Christ at the Height of Fame | Praise on TBN“ spricht er darüber, wie man auf dem Höhepunkt der Karriere bei Jesus bleibt, warum Vergeben schwer ist – und trotzdem geht – und wie Ruhm zur Plattform für Dienst wird, von Gefängnisarbeit bis Straßeneinsätzen. Direkt, ehrlich, ohne Show. Bühne frei für Mr. T.
„Jeder Mensch“ – Mr. T über Glauben, Vergebung, Demut und Auftrag
1) „Wenn ich erhöht werde … werde ich alle zu mir ziehen“ – Inklusion ohne Ausnahme
Jesus sagte: Wenn ich von der Erde erhöht werde, werde ich alle Menschen zu mir ziehen – alle Menschen. Und dann heißt es: jeder Mensch. Wer da will, wer auch immer – das bedeutet: du, ich, der Obdachlose, der Gangster, der Homosexuelle, der Heterosexuelle, alle. Niemand bleibt außen vor. Darum sage ich: die Geringsten, die Letzten – alle sind eingeschlossen.
Ohne Gott ist vieles hart. Vergeben ist hart. Es ist hart, Menschen zu vergeben, die mich übergangen haben. Früher dachte ich oft: „Den krieg’ ich.“ Und ich hab’s getan. Kurz fühlte es sich gut an – aber danach schlecht. Als Christ sage ich: Das ist falsch. Meine Mutter sagte immer: „Sohn, das Schwerste ist Vergeben.“ Und so ist es. Ich wollte zurückschlagen, weil jemand auf mir herumgetrampelt oder mich belogen hat – und ich tat es. Physisch, all das. Aber ich brauche Gott.
Wenn ich an mein Leben denke: Ohne Gott wäre ich nicht hier. Ich säße im Gefängnis. Ich würde ausrasten. Wenn Leute mir folgen, Bilder machen, Dreck suchen – mein erster Instinkt: Ich komme aus der Hood, ich will dir zeigen, was Sache ist. Köpfe einschlagen. Aber der Vorteil, den ich habe: Mein Bruder sagte, die Leute wissen, dass ich hart sein kann – aber sie wissen nicht, dass ich cool sein kann. Mein Rat an die Kids in der Hood: Merkt euch eure ABCs – Always Be Cool. Wenn der Druck kommt: cool bleiben. Das hat mir geholfen, die Bibel zu lesen. Danke, Gott. Das ist wie Medizin. Man sagt ja: „Er ist ausgerastet, er hat seine Medizin nicht genommen.“ Wenn ich nicht in der Bibel war, sagen manche: „Er ist nicht wirklich in der Bibel.“ Doch, bin ich. Meine Bibel ist kriegserprobt – sie war in Drogenhöhlen, Bordellen, Hinterhöfen, Billardsälen, Gefängnissen.
2) Gefängnisdienst und verpasste Chancen
In unserer Gemeinde haben wir Gefängnisarbeit. Einmal war ich in einem Gefängnis in Chicago. Eine Gruppe rief: „Mr. T, wir wollen dich nicht.“ Ich wartete. Eine andere Gruppe rief: „Mr. T, wir wollen dich hören.“ Ich habe gewartet und etwas Psychologie genutzt: „Meine Lehrerin sagte: Man redet nicht, wenn andere reden.“ Das hat gesessen. Ich sagte auch: „Viele eurer Familien kommen nicht. Ich werde gut bezahlt – aber hier werde ich nicht bezahlt. Ich musste nicht kommen. Ich wollte kommen.“ Und dann habe ich die Botschaft gebracht – im Auftrag unserer Gemeinde.
Aber ich sage es, wie es ist: Dass wir Gefängnisarbeit brauchen, zeigt, dass wir in der Kirche das Ziel verfehlt haben. Hätten wir die Jungs früher erreicht, müssten wir jetzt nicht ins Gefängnis. Wenn ein Kind in der zweiten oder dritten Klasse mit der Lehrkraft aneinandergerät, müssten Pastorinnen, Pastoren und Nachbarn es dann hinsetzen und geradeziehen. Wie lassen wir es so weit kommen, dass er drei lebenslängliche Strafen hat – und dann predigen wir ihm Gott? Zu spät. Wir müssen früh anfangen. Jeder Mensch zählt.
3) „Exklusiver Club?“ – Nein. „Wer da will“ ist für alle
2023 erzählt die säkulare Welt, wir seien ein exklusiver Club: moralisch, mit Werten, nicht inklusiv. Falsch. Jesus ruft jeden Menschen. Ich bin hier, weil ich Jesus liebe. Ich hatte immer ein Herz für Gott, ich liebte meine Mutter, ich wollte respektvoll sein. Rocky, das A-Team – das ist nur Plattform, um das zu tun, was ich hier tue.
Wenn du ein Gebet brauchst – mach es kurz und ehrlich: „Hilf mir, Jesus. Rette mich, Jesus. Rette mich.“ Gott will dich hören, nicht Formulare. Sei aufrichtig. Viele versagen, weil sie nicht fassen, dass Gott weiß, was sie denken, bevor sie es denken. Man ist so ans Tricksen mit Menschen gewöhnt, dass man meint, man könne Spiele mit Gott spielen. Gott kennt dein Herz. Er wartet, dass du demütig kommst. Sünde trennte den Menschen von Gott. Jesus, der Messias, kam, lebte, starb und stand auf, um den Preis zu bezahlen. Durch einfachen Glauben an ihn sind wir wieder bei Gott. Jesus ist die Brücke zwischen gefallenem Menschen und Gott.
Viele springen in der Kirche auf und rufen: „Ich glaube!“ Woran? An Gott. Johannes 3:16
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren werde, sondern ewiges Leben habe.
Wieder: jeder. „Wenn ich erhöht werde, werde ich alle ziehen.“ „Wer da will.“ Alle.
Glaube wächst wie ein Muskel. Du beginnst mit kleinen Gewichten – zwei Pfund – und wirst stärker. Jedes Mal, wenn du etwas durchstehst, wird dein Glaube kräftiger. Und hör auf mit „Glück“. Geh die Bibel rauf und runter – „Glück“ kommt nicht vor. Raus mit „Glück“.
4) An die Skeptiker: Säen statt überzeugen
Manche sagen: „Mr. T, du hast den Verstand verloren. Du glaubst an etwas Unsichtbares. Ich bin in der Hood – ich kann das nicht fühlen.“ Meine Antwort: Meine Botschaft ist nicht für alle. Viele hören – wenige tun. Noah wurde belächelt. Nur acht Menschen wurden gerettet – seine Familie. Sodom und Gomorra hörten nicht. Auch zu Jesu Zeiten: Sie hörten ihn, sahen Wunder – und doch.
Ich bin ein Bauer. Mein Job: Samen in den Boden legen. Gott gibt Regen und Wind. Mein Job: sagen.
5) „Lächeln“ – Echtheit statt Show
Manche wollen „lächeln für die Kamera“. Ich sage: Lächelnde Gesichter können lügen. Entscheidend sind Taten, Bilanz, Lebenswerk. Ich lächle im Herzen. Die Leute sind müde von falschen Politikerlächeln. Mr. T ist echt: kein Showlächeln, sondern Herz aus Gold – sichtbar in Taten.
6) Rocky III – Von „jamaikanisch“ zu „Sei du selbst“
1982 in Chicago gewann ich einen Wettbewerb, spendete alles an meine Gemeinde. Danach rief die Produktion von Rocky III an. Castingdirektorin: „Kennst du Sylvester Stallone?“ Klar. Ich bekam ein Skript – ursprünglich sollte ich einen Jamaikaner aus New York spielen. Also kaufte ich Reggae-Platten, hörte Harry Belafonte, sprach mit Rastafari (wenn sie gerade nicht rauchten) – übte Akzent.
Dann die Wendung: Stallone ließ sagen: „Sag Mr. T, er soll einfach er selbst sein.“ Da wusste ich: Jetzt hab’ ich’s.
Beim Vorsprechen in Culver City gab es drei Teile. Zuerst: boxen – drei Minuten mit Stallone. Und ja, ich kann der harte Typ sein – aber ich bin auch der, der sagt: „Ich bedauere den Narren – und ich zerstöre jeden, der mir nehmen will, was ich habe.“ Es ist nicht leicht, ich zu sein – aber für Gottes Sache mache ich es.
7) Mutter, Herkunft und Demut
Fotos meiner Mutter rühren mich. Gott hat unsere Herzen vor Jahren verbunden. Ich bin seit 1977 Mitglied meiner Gemeinde. Manche Produzenten sagten früher: „Änder die Frisur, sprich weniger über Jesus, dann bekommst du mehr Rollen.“ Nein. Gott hat seine Hand auf mir – und ich schäme mich nicht. Nikodemus kam nachts – Menschen kommen auch heute leise. Ich muss stark bleiben und barmherzig.
Ein Mann bat mich um Gebet für seinen krebskranken Sohn. Ich betete, der Junge wurde gesund. Derselbe Mann hatte früher Schlechtes über mich gesagt. Mein altes Ich wollte zuschlagen. Doch Gott sagte: Lass ihn reden. Als er um Gebet bat, brach mein Stolz. Ich bat Gott um Vergebung – ich wäre beinahe an Wut vorbeigelaufen an einem heiligen Moment. Also: Feinde lieben. Viele kennen Liebe nicht. Wir waren arm – aber meine Mutter liebte mich. Das ist Liebe.
Ich war im Weißen Haus, Kampagnen gegen Drogen, Ronald und Nancy Reagan, ein Film in der ewigen Topliste, eine Serie um die Welt. All das – und doch will ich demütig bleiben, den „common touch“ nicht verlieren. Der schönste Lohn ist, wenn jemand sagt: „Danke, dass du uns nicht vergessen hast.“
8) Rolls-Royce, Gold und Symbolik – Besitz als Plattform, nicht als Götze
Ich hatte zwei Rolls-Royce. Ich kaufte sogar eine Chauffeurs-Uniform, um meine Mutter zu fahren. Nicht zum Angeben – um ihr Ehre zu erweisen. Ich fuhr den Rolls zur Kirche und zum Obdachlosenheim, verteilte Schuhe und Socken. Der Wert liegt nicht im Gold, sondern darin, Menschen zu erreichen.
Meine Ohrringe trug ich nicht zufällig:
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Drei rechts: Vater, Sohn, Heiliger Geist; die drei Weisen; die drei hebräischen Jünglinge Schadrach, Meschach und Abed-Nego; Morgen–Mittag–Abend; Gnaden: Glaube, Hoffnung, Liebe; Bürgerrechtler Chaney, Goodman, Schwerner.
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Vier links: die vier Jahreszeiten; Himmelsrichtungen; Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas, Johannes.
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Drei plus vier ergibt sieben: Sieben Umzüge um Jericho; Samsons sieben Locken; sieben Farben des Regenbogens; sieben Töne der Tonleiter; Gott schuf in sechs Tagen und ruhte am siebten; ich bin der siebte Sohn.
Frisur: nicht Punk, nicht „Mohawk“. Sie steht in der Tradition der Mandinka-Krieger aus Mali.
Warum das Gold?
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Als Jesus geboren wurde, brachten die Weisen Gold, Weihrauch, Myrrhe. Wenn Gold gut genug war, ihm Ehre zu geben, ist es mir Zeichen – kein Götze.
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Ich trug Gold, weil ich es mir leisten konnte – und um den Leuten in der Hood zu sagen: Zahl zuerst Miete, schuhe deine Kinder – dann Schmuck.
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Gold als Wandlung: Unsere Vorfahren wurden in Eisenketten an Hals, Handgelenken, Fußgelenken verschleppt. Ich trug Goldketten als Symbol: Die Ketten sind noch da – aber der Preis ist höher. Man kauft und verkauft uns heute mit Millionenverträgen. Besitz ohne Eigentum ist moderne Knechtschaft. Also: Denkt nach, was ihr wirklich besitzt.
Ein Reporter spottete über meine alten Armee-Stiefel meines Vaters: „Kannst du dir keine besseren Schuhe leisten?“ Ich trage sie, um demütig zu bleiben und die Hood nicht zu vergessen.
Nach Hurrikan Katrina habe ich das Gold abgelegt und verschenkt. Es wäre Sünde, Gold zu tragen, wenn Menschen alles verloren haben.
9) Gebet in der Öffentlichkeit – und Doppelmoral
Als Damar Hamlin kollabierte, beteten plötzlich alle. Ein ESPN-Moderator betete live, keine ACLU-Klage. Ich fragte: Wie lange hält das? Wir haben Gebet aus Schulen verbannt; ein Coach wird gefeuert, weil er betet; Schulbesten dürfen nicht öffentlich beten – aber nach einer Schießerei steht auf dem Schild: „Betet für uns.“ Wie denn, wenn ihr Gebet verboten habt?
Millionäre auf dem Feld merkten: Ein Hit kann Leben kosten. Geld kauft nicht alles. Meine Mutter sagte: Es gibt Dinge, die Geld nicht kaufen kann. Gott weckt uns – die Frage ist, ob wir dranbleiben. Nach der Genesung: Weiterbeten. Nicht nur bis zur nächsten Katastrophe. Dasselbe sahen wir am 11. September – kurz beten, dann wieder vergessen.
10) A-Team, BA Baracus, Weltweite Bühne – doch derselbe Mensch
Die Figur ist weltbekannt, genau wie Rocky III. Aber dahinter steht der Junge aus Chicagos South Side, zehntes Stockwerk im sozialen Wohnungsbau, Wohlfahrt, Kapitän im Football- und Ringerteam. Meine Mutter klopfte bei Nachbarin Johnson, um sich einen Quarter zu leihen, damit ich zur Schule konnte. Wie könnte ich Mütter lieben – und einer anderen Mutter die Handtasche reißen? Deswegen keine Kriminalität. Ich stellte mir vor, wie meine Mutter mit schmerzenden Beinen vom Putzen zur Wache kommt und sagt: „Sohn, warum? Ich tat mein Bestes.“ Das hielt mich gerade.
Wenn Promis unhöflich sind? Höflich bleiben. „Hi, Bruder, alles Gute.“ Weitergehen. Göttlich reagieren. Es ist ein Test – liebe deine Feinde. Manchmal gewinnen wir sie später.
11) Dienst, Demut und die „hohen Kreise“
Ich war oft im Weißen Haus, Anti-Drogen-Kampagne, Top-Film, Hit-Serie. Wie hilft mir das heute? Indem ich nicht kocky werde. „Mit Königen und Königinnen gehen – und doch den gemeinsamen Touch behalten.“ Ich will kein Tross, der mich ankündigt. Ich will berühren, helfen, zuhören. Wenn der Fahrer sagt: „Du warst in meiner Grundschule“ – das ist der Lohn: Konsequenz der Botschaft über Jahrzehnte: Mutterliebe, das Richtige tun, Hände weg von Drogen. Das funktioniert.
12) Öffentliche Gebete, Kinder, Krankheit – vom Mutmachen zur eigenen Prüfung
Ich stand oft an Tankstellen, Menschen baten um Gebet für ihre Kinder. Make-A-Wish-Kinder wollten mich treffen. Einer hieß Ryan, sechs Jahre, Mukoviszidose. Ich betete, spielte mit ihm im A-Team-Van, er hielt meine Goldketten und lachte über ihr Gewicht. Seine Mutter dankte – ich war geehrt, sein Wunsch zu sein. Ich rief meinen Pastor an: „Was sage ich?“ Er sagte: „Dieser Junge sah Gottes Züge in dir, die du selbst nicht siehst.“ Das veränderte mich.
Später – in den 1990ern – bekam ich die Diagnose: T-Zell-Lymphom. T-Zell – T. Persönlich. Ärzte, Protokolle – und ich sagte: „Das ist mein Hiob-Moment, ein Test meines Glaubens.“ Man kann nichts lehren, was man nicht lebt. Zeugnis beginnt mit Test: T-E-S-T. Wenn ich bei Krebs wanke, wie soll ich anderen Standfestigkeit predigen? Also: Gott, gib mir Kraft, deinen Willen zu tun. Nicht „Warum ich?“, sondern „Warum nicht ich?“ Wer könnte besser Hoffnung geben?
Zu Krebspatienten sage ich: Gib nicht auf. Wenn ich öffentlich mit meiner Krankheit umgehen kann, kannst du es privat erst recht. In der Öffentlichkeit kommen Paparazzi, die dich schwach sehen wollen. Bleib fokussiert.
Vor dem Gebet: Lass los. Jemanden hassen? Loslassen. Klagen? Loslassen. Hass, Neid, Eifersucht, Zweifel, Sorge – loslassen. Sonst blockierst du Heilung. Bete: „Herr, mach mich besser. Reinige mein Herz. Suche mich. Was nicht sein soll, nimm weg. Befreie mich. Mach mich zu einem besseren Diener. In deinem heiligen Namen. Danke, Jesus.“
13) Praktische Weisheit, Humor und Grenzen der „Political Correctness“
Heute ist 2023 nicht 1983. Manches darf man anders sagen. Ich bleibe direkt – ohne verletzen zu wollen. Mann sein, Frau sein – wir müssen zu Gott zurück. Ich schrieb auf Twitter, als der Bills-Spieler fiel: Wir sagen „Betet“. Gut. Aber: Bleibt beim Gebet. Entfernt nicht Gott aus der Öffentlichkeit und ruft ihn nur bei Not.
14) „ABC – Always Be Cool“ und der rote Faden
Ich habe Kinder gelehrt: Always Be Cool. Cool bleiben, wenn es stürmt. Die Bibel ist meine Medizin; wenn ich sie vernachlässige, merkt man es. Meine Bibel war in Dope-Dens, Bordellen, Hinterhöfen, Billardhallen, Gefängnissen – weil der Glaube dorthin muss, wo die Not ist.
15) Begegnungen, Respekt und „Common Touch“
Hochrangige Kreise beeindrucken mich weniger als der Moment, wenn ein Vater sagt: „Du hast für meinen Sohn gebetet.“ Oder wenn eine Fahrerin sagt: „Du warst in meiner Schule.“ Oder wenn jemand gesteht: „Ich sagte Schlechtes – aber bitte bete jetzt.“ Da will ich nicht fast den Moment verpassen, weil ich wütend bin. Demut bewahrt die Chance, dass Gott wirkt.
16) Kaufen, um zu ehren, nicht um zu herrschen
Im Rolls-Royce-Autohaus ging ich absichtlich in alten Klamotten rein. Eine halbe Stunde rührte sich niemand. Der Verkäufer verpasste eine große Provision. „Hütet euch, wie ihr Fremde behandelt – vielleicht beherbergt ihr Engel ohne es zu wissen.“ Ich fuhr vom Showroom direkt meine Mutter spazieren – ihr zu Ehren. Gold und Autos sind Mittel, keine Zwecke.
17) Schluss: Glaube, der trägt – öffentlich und privat
Ich bin Entertainer – ja. Aber ernsthaft. Einige bleiben wegen Mr. T stehen – gut. Dann hören sie von Jesus. Manche brauchen Gebet: Gesundheit, Tiefpunkte, Höhenflüge – ich war überall. Heute stehe ich hier mit Kraft im Körper und Feuer im Herzen. Meine Bitte an dich ist die Frage Jesu: „Glaubst du?“ Und wenn du sagst: „Herr, ich glaube; hilf meinem Unglauben.“, bist du genau richtig. Lass los, was dich bindet. Komm zu Gott. Sag es einfach:
„Hilf mir, Jesus. Rette mich, Jesus. Reinige mich, mach mich besser. Amen.“
Am anderen Ufer des kleinen Flusses, der sich durch die Stadt schlängelte, stand ein Gemüsehändler. Er hatte gerade seine Waren für den Feierabend zusammengeräumt, als plötzlich drei kräftige junge Männer auftauchten. Ohne ein Wort zu verlieren, stürzten sie sich auf den Händler, rissen die Kasse an sich und traten wütend die Tische um. Tomaten rollten über das Pflaster, Äpfel platzten auf. Der Mann schrie auf – doch die Passanten blieben stehen, erstarrt, unfähig, etwas zu tun.
Peter sah das alles. Sein Herz schlug schneller. „Das kann doch nicht wahr sein“, murmelte er. Einer der Täter hatte einen auffälligen, großen, braunen Lockenkopf. Als die drei über die Brücke flohen, rief Peter: „Wartet hier! Ich hole sie!“ Seine Frau versuchte, ihn zurückzuhalten. „Peter, bleib hier! Das ist zu gefährlich!“ Doch in ihm war längst ein Entschluss gefallen.
Er rannte los, über die Brücke, der Adrenalinspiegel hoch, die Gedanken lautlos. Als er den Lockenkopf erreichte, packte er ihn am Haar, drückte ihn zu Boden und hielt ihn in einem Griff fest, den er irgendwann einmal im Fernsehen gesehen hatte. Der junge Mann schrie: „Au! Lass mich los!“ Doch Peter presste nur die Zähne zusammen. „Nein. Ich weiß, was du getan hast.“
Er zerrte ihn in die nächste Bäckerei. Die Leute schauten überrascht auf, als Peter rief: „Dieser Mann ist ein Straftäter! Ruft die Polizei!“ Doch niemand bewegte sich. Eine ältere Frau stand mit einer Brötchentüte in der Hand da, die Verkäuferin schwatzte weiter mit einem Kunden, als wäre nichts geschehen.
„Holen Sie die Polizei!“, rief Peter erneut, doch niemand reagierte.
In seiner Verzweiflung griff er nach einer großen Sahnetorte auf dem Tresen und schleuderte sie der Verkäuferin entgegen. „Holen Sie endlich die Polizei!“, brüllte er.
Die Frau stand da, völlig entsetzt, die Torte tropfte von ihrer Schürze. „Sind Sie verrückt geworden?“, rief sie.
„Ich halte diesen Mann fest, weil er gerade einen Händler überfallen hat!“, schrie Peter. „Er hat die Kasse gestohlen, die Stände zerstört – und keiner tut etwas!“
Die Leute starrten ihn an. Schweigen.
In diesem Moment trat ein junger Mann in die Bäckerei. Er hatte eine Tasse Kaffee in der Hand, trug einfache Kleidung und eine ruhige Ausstrahlung. Er sah die Szene – den festgehaltenen Täter, der unter Schmerzen wimmerte, und den wütenden Peter, der zitterte vor Zorn und Überforderung.
Der junge Mann stellte seine Tasse auf den Tresen und sagte leise, aber mit Nachdruck:
„Glaube an den Herrn Jesus Christus, und du wirst frei sein.“
Der Täter blickte auf. Etwas in diesem Satz traf ihn mitten ins Herz.
Er hatte in seinem Leben viele Menschen verletzt. Er war wütend auf die Welt, auf seinen Vater, der ihn als Kind geschlagen hatte, auf eine Gesellschaft, die ihn längst aufgegeben hatte. Aber jetzt – in diesem Moment – schien es, als würde das Licht durch einen winzigen Spalt seiner Seele brechen.
„Ich glaube“, sagte er mit schwacher Stimme. „Bitte, vergib mir. Ich war übermütig, ich… ich wollte stark wirken. Aber ich bin es nicht. Ich habe immer nur Menschen verletzt.“
Peter schüttelte den Kopf. „Ich glaube dir nicht. Du bist ein Verbrecher. Du musst bestraft werden.“
Doch der Mann mit dem Kaffee trat näher und sah Peter ruhig an.
„Peter, glaubst du an die Vergebung durch Jesus Christus?“
„Ich glaube an Gerechtigkeit“, antwortete Peter heftig. „Er hat beim Gemüsehändler alles zerstört. Das muss gesühnt werden!“
Der junge Mann nickte. „Diese Tat wurde gesühnt. Dafür ist Jesus Christus gestorben. Wir alle tragen Schuld. Wir alle haben Unrecht getan – manche mit der Faust, manche mit Worten, manche in Gedanken. Aber keiner kann sich selbst reinwaschen. Nur Vergebung kann das.“
Er erzählte von dem Mann am Kreuz – dem Verbrecher, der neben Jesus hing und kurz vor seinem Tod sagte: „Gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Und Jesus antwortete ihm: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“
Peter schwieg. Er sah den jungen Dieb an, der weinte. Dann spürte er, wie die Wut aus seinem Körper wich, wie etwas anderes in ihm Platz nahm – ein Schmerz, aber auch Frieden.
„Ist er… ist Jesus auch für meine Schuld gestorben?“, fragte Peter leise.
„Ja“, sagte der junge Mann. „Auch für deine.“
In diesem Moment standen sie alle drei still. Keine Sirenen, kein Geschrei. Nur die Stille, durchbrochen vom Summen der Kühltresen. Peter ließ den Griff los. Der junge Täter fiel ihm um den Hals, weinte. Sie beteten zusammen – mitten in der Bäckerei, zwischen Sahnetorten und Brötchen.
„Danke, Jesus, dass du für unsere Schuld gestorben bist“, sagte der junge Mann mit dem Kaffee.
An diesem Freitagnachmittag geschah ein kleines Wunder.
Der junge Täter mit dem braunen Lockenkopf fand zum Glauben an Jesus Christus.
Und auch Peter – der eben noch dachte, Gerechtigkeit entstünde durch Strafe – begriff, dass wahre Gerechtigkeit nur durch Vergebung entsteht.
Als sie später zu seiner Familie zurückgingen, erzählte Peter alles. Seine Frau nahm ihn in den Arm.
Und während die Sonne unterging, war in dieser kleinen Stadt etwas geschehen, das keine Polizei und kein Gericht je hätte bewirken können: Ein Herz war neu geworden.
Amen.
Epilog
Vielleicht hast du dich beim Zuhören gefragt, was aus der Gerechtigkeit geworden ist. Ob der Gemüsehändler seine Kasse zurückbekam. Ob die Täter bestraft wurden. Ob am Ende alles wieder gut wurde. Doch die Geschichte lässt das offen – und genau das ist ihre Botschaft.
Denn sie ist kein Tatsachenbericht, sondern ein Traum. Ein Traum, der uns spüren lässt, wie sehr in uns der Wunsch nach Gerechtigkeit lebt. Wir alle tragen diesen Drang in uns – das Bedürfnis, Unrecht zu vergelten, Schuld zu bestrafen, Recht wiederherzustellen. Aber Gottes Gerechtigkeit funktioniert anders. Sie gründet sich nicht auf Strafe, sondern auf Vergebung.
Gott ist gerecht. Und gerade weil er gerecht ist, bietet er Vergebung an. Wir alle haben Schuld auf uns geladen – durch unsere Worte, Taten und Gedanken. Doch wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Gott treu und gerecht und vergibt uns unsere Schuld. Vollständig. Ohne Rest.
Das „Gemüse unseres Alltags“, die kleinen Dinge, über die wir uns aufregen, um die wir streiten, mag wichtig erscheinen. Aber am Ende geht es um etwas Größeres: dass wir bereit sind, unsere Schuld einzugestehen und neu anzufangen.
Wir werden Menschen begegnen, die uns herausfordern, die uns verletzen oder provozieren. Doch gerade dann zeigt sich, ob wir wirklich verstanden haben, was Vergebung bedeutet.
So wie jener junge Mann in der Bäckerei seine Kaffeetasse beiseitestellte, um Gottes Wort zu sprechen, so sind auch wir aufgerufen, unsere Bequemlichkeit abzulegen und mutig vom Glauben zu zeugen.
Denn echte Gerechtigkeit entsteht nicht dort, wo Strafe vollzogen wird – sondern dort, wo Vergebung geschieht.
Und genau dort beginnt neues Leben.
Ich liebte es so sehr, dich bei deinen ersten Krabbelversuchen zu beobachten, bei deinen ersten Worten. Ich habe dich noch mehr liebgewonnen, als ich merkte, dass in deiner Entwicklung etwas nicht stimmte. Ohne den Ernst deiner Lage erkannt zu haben, habe ich dich von einem Arzt zum nächsten gefahren, in der Hoffnung, einen guten Ausgang zu finden. Ich betete für dich Tag und Nacht.
Ich habe dich auch dann geliebt, als dein gesundheitlicher Zustand sich stark verschlimmerte. Unter Tränen und Schmerzen beobachtete ich mit meinen eigenen Augen, wie deine natürliche Schönheit langsam verschwand. Deine Orientierung ließ nach. Du wurdest aggressiv. Unkontrolliertes Weinen folgte. Ich habe dich auch dann geliebt, als deine wunderschönen Augen sich anfingen zu verdrehen und du bald aufhörtest, komplett zu sehen. Ich habe dich auch dann weiter geliebt, als du aufhörtest zu reden. Wie fehlte mir damals deine Stimme!
Ich war nicht müde, dich zu lieben, als dein kleiner Körper sich ganz verdrehte, als deine Hände und Füße aufhörten, auf dich zu hören, als ich mit einem Teelöffel versuchte, dich zu füttern, denn selbst konntest du es nicht mehr tun. Ich wurde nicht müde, dich zu lieben, selbst als ich moralisch und psychisch am Ende war. Ich wechselte und wusch deine Wäsche jeden Tag. Zehn Jahre wich ich nicht von deiner Seite, mein Mädchen. Zehn Jahre sehnte ich mich nach dem einen: von dir diese Worte zu hören – „Papa, ich liebe dich.“
Warum liebte ich dich so, mein kleiner Engel? Weil Gott diese Liebe in mein Herz hineingelegt hat. Es ist ein Geheimnis der Liebe Gottes. Er liebt uns auch dann, wenn wir taub, blind oder am Leib und an der Seele behindert sind. Gott liebt uns auch dann noch, selbst wenn wir ihm als Antwort nicht sagen können, dass wir ihn ebenfalls lieben.
Mein Mädchen, jetzt bist du frei von deinem Leiden. Ich erwarte mit großer Sehnsucht den Tag nach der Verheißung Gottes, an dem wir beide uns wiedersehen werden. Du wirst komplett gesund und glücklich sein. Noch vor deiner Geburt betete ich für dich. Ich glaubte, dass du mein kleiner Engel sein wirst. Und du warst es wirklich.
In Liebe,
Dein Papa
Ein junger Mann lag nach einem schweren Anfall im Krankenhaus. Die Ärzte waren überzeugt, dass es keine Hoffnung mehr gab. Die Maschinen hielten ihn am Leben, doch in den Augen des medizinischen Personals war der Kampf verloren. Man bereitete sich darauf vor, die lebenserhaltenden Maßnahmen Schritt für Schritt einzustellen.
Doch da war ein Vater – George Pickering II.
Er konnte nicht akzeptieren, dass sein Sohn aufgegeben werden sollte. Verzweifelt, voller Angst und doch getrieben von der unerschütterlichen Liebe zu seinem Kind, griff er zu einer drastischen Tat: Er betrat das Krankenhaus mit einer Waffe. Stundenlang ließ er niemanden zu seinem Sohn, um Zeit zu gewinnen. Zeit, in der er immer wieder auf Zeichen hoffte.
Und tatsächlich – während er neben ihm wachte, bewegte der Sohn seine Hand. Ein Zeichen des Lebens. Ein Funke der Hoffnung.
Der Vater hatte Recht behalten: Es war noch nicht vorbei.
Die Polizei stürmte schließlich den Raum und nahm George fest. Er wurde angeklagt, musste ins Gefängnis – und doch bereute er nichts. Denn sein Sohn lebte. Der Kampf des Vaters hatte das Leben seines Kindes bewahrt. Heute lebt der Sohn, frei von Maschinen, als lebendiges Zeugnis der väterlichen Liebe.
Was uns diese Geschichte zeigt
Diese Begebenheit ist mehr als nur ein bewegender Bericht eines verzweifelten Vaters. Sie ist ein Bild dafür, wie sehr auch Jesus Christus für uns kämpft.
Wir waren geistlich tot, ohne Hoffnung, gefangen in Sünde und Schuld. Doch Jesus hat nicht zugesehen, wie wir verloren gehen. Er ging für uns an das Kreuz, stellte sich zwischen uns und den Tod, um uns eine neue Chance zu geben.
So wie George alles riskierte, um seinen Sohn am Leben zu erhalten, so hat Jesus Christus noch viel mehr gegeben: sein eigenes Leben. Damit wir leben dürfen. Damit wir nicht verloren gehen. Damit wir Hoffnung haben.
Johannes 10:11
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
Johannes 3:16
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Am Geländer stand eine Frau. Sie lehnte sich nach vorn, regungslos, die Hände fest um das kalte Metall geschlossen. In ihren Augen lag etwas Endgültiges. Bevor der Mann begreifen konnte, was geschah, ließ sie los – und stürzte hinab ins Wasser.
Er schrie, rannte, sprang hinterher. Dabei wusste er genau, dass er nicht schwimmen konnte. Doch in diesem Augenblick war die Angst bedeutungslos. Es ging nur noch darum, sie nicht allein in der Tiefe zurückzulassen.
Das Wasser schlug ihn wie eine Mauer. Kälte nahm ihm den Atem, er ruderte verzweifelt mit den Armen, versuchte über Wasser zu bleiben – vergeblich. Panik ergriff ihn, der Fluss zog ihn nach unten.
Die Frau, die eben noch sterben wollte, hörte seine Schreie. Instinkt überwand die Verzweiflung. Sie schwamm zu ihm, packte ihn und kämpfte gegen die Strömung, bis sie beide das Ufer erreichten. Keuchend, erschöpft, nass bis auf die Haut, aber lebendig, lagen sie schließlich nebeneinander im Gras.
Stille umgab sie. Erst nach einer Weile wurde ihnen bewusst, was geschehen war: Der Mann hatte ihr Leben retten wollen – doch am Ende war sie es, die ihn gerettet hatte.
Und genau hier liegt eine tiefere Wahrheit verborgen. Denn wir Menschen gleichen diesem Nichtschwimmer. Wir stürzen uns oft ins Wasser des Lebens, ohne die Kraft, uns selbst oder andere wirklich zu retten. Doch dann tritt einer auf, der anders ist: Jesus Christus.
Er sah uns, wie wir in Schuld und Hoffnungslosigkeit untergehen, und er sprang hinterher – bewusst, freiwillig. Aber anders als der Mann von der Brücke konnte er uns wirklich tragen. Am Kreuz gab er sein Leben, damit wir nicht ertrinken, sondern leben.
Die Geschichte von jener Frau und jenem Mann endet mit einer überraschenden Rettung. Die Geschichte von Jesus Christus endet mit der größten Rettung aller Zeiten – nicht nur für einen Augenblick, sondern für die Ewigkeit.
Lukas 19:10
Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Der „Eselskinnbacken“ ist wörtlich zu verstehen: Es handelt sich um den Unterkieferknochen eines Esels.
Damals wurden solche Knochen – wenn sie frisch waren – noch mit Zähnen und stabil genug gefunden. Simson nutzte also keinen richtigen „Waffengegenstand“, sondern ein einfaches Stück Knochen als Schlagwerkzeug.
Richter 15:15
„Und er fand einen frischen Eselskinnbacken und streckte seine Hand aus und nahm ihn und erschlug damit tausend Mann.“
Das Besondere ist: Es war ein völlig unscheinbares, alltägliches Objekt. Kein Schwert, kein Speer – sondern ein Knochen. Damit sollte deutlich werden, dass die Stärke nicht in der Waffe, sondern in der Kraft Gottes lag, die Simson bekam.
⏱️ Römer / Lesebeginn: 2025-04-19
