Hure Babylon

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Die „Hure Babylon“ ist eine symbolische Figur im Neuen Testament, die besonders in der Offenbarung des Johannes erwähnt wird. Sie repräsentiert das sündige, verführerische und gottfeindliche Wesen einer Stadt oder eines Systems, das durch Reichtum, Macht und Korruption geprägt ist. Diese Metapher zielt auf die unheilvollen Auswirkungen, die solche Mächte auf die Welt haben, und steht in starkem Kontrast zum Ideal des Glaubens und der Treue zu Gott.

Offenbarung 17,1-5 beschreibt die Hure Babylon als eine Frau, die auf einem scharlachroten Tier sitzt, mit Purpur und Scharlach gekleidet und geschmückt mit Gold, Edelsteinen und Perlen. Sie hält einen goldenen Becher in ihrer Hand, gefüllt mit Gräueln und der Unreinheit ihrer Unzucht. Auf ihrer Stirn steht geschrieben: „Geheimnis: Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde.“

Die „Hure Babylon“ wird oft als Bild für das Römische Reich verstanden, das zur Zeit des frühen Christentums als mächtiges, heidnisches Imperium die christlichen Gemeinden unterdrückte und verfolgte. In einem größeren, zeitlosen Sinne wird sie auch als Symbol für jegliche gottlose Macht und Verführung zur Sünde gesehen, die Gläubige von ihrem Glauben abbringen will. Die Darstellung der Hure Babylon weist darauf hin, dass Gott solche Mächte richten wird und dass ihre scheinbare Stärke und Pracht nur von kurzer Dauer ist.

In der Offenbarung wird schließlich die Zerstörung Babylons beschrieben, was als Sieg Gottes und die Wiederherstellung göttlicher Gerechtigkeit interpretiert wird. Die „Hure Babylon“ steht somit als eindrucksvolles Bild für die Vergänglichkeit weltlicher Macht und die Notwendigkeit, sich treu an Gott zu halten.